Kindergesundheit: Worauf müssen die Eltern während der ersten 10 Lebensjahre achten?

Kindergesundheit

Essen und Trinken: Am Anfang ist alles noch ganz einfach

In den ersten sechs Monaten gestaltet sich die Ernährung des Säuglings noch ganz einfach, denn das Stillkind wird ausschließlich mit der Muttermilch ernährt. Dabei ist der Körper der Frau so anpassungsfähig, dass sich die Menge und auch die Zusammensetzung verändert und zwar entsprechend der Entwicklung des Kindes. Somit ist sichergestellt, dass der Säugling alle erforderlichen Nährstoffe erhält.

Die zusätzliche Flüssigkeitszufuhr mit Tee oder Wasser ist hier nur dann erforderlich, wenn der Säugling krank ist oder die Temperaturen dieses erfordern. Ähnlich verhält es sich mit der Babynahrung (Ersatznahrung), wobei hier in der Regel noch zusätzlich Flüssigkeit gegeben werden muss. Der Grund ist, dass die Ersatzmilch dickflüssiger ist und es häufiger zu Verstopfungen kommt. Hier sollte auf jeden Fall auf Qualität geachtet werden. Das Ende der Mutter- und Säuglingsmilch steht bei den Babys im Alter von rund sechs Monaten an. In dieser Zeit lässt der Saugreflex nach.

Sicherlich jedes Kind ist anders, doch ab dem sechsten Lebensmonat sind die Babys dazu in der Lage, die ersten Breimahlzeiten zu essen. Hier ist es optimal, wenn der Brei selbst zubereitet wird, wobei darauf geachtet werden muss, dass dieser glattpüriert ist und keine Klümpchen enthält, damit sich das Baby nicht verschluckt. Alternativ kann auch auf die Breikost aus Gläschen zurückgegriffen werden.

Das 2. Lebensjahr, hier geht das Kind auf eine kulinarische Entdeckungstour und sein Interesse an der Ernährung steigt. Das was bei Mama und Papa auf dem Teller liegt, das muss probiert werden und wenn es nach der Devise des Kindes geht, dann möchte es alles testen, ob es ihm schmeckt. Sicherlich ist dagegen nichts einzuwenden, denn es kann nun das meiste essen, außer zu stark gewürzte Speisen, fettig und auch zuckerhaltige Speisen. Diese sollten einfach noch nicht gefüttert werden und auch bei blähenden Nahrungsmitteln ist noch Vorsicht geboten. Was die Getränke angeht, so kann hier alles angeboten werden, wie auch im ersten Lebensjahr und auch hier gilt, je weniger zuckerhaltige Getränke desto besser. Zu beachten ist hier, dass Milch nicht als Getränk, sondern als Nahrungsmittel dient. Das Kind sollte nun pro Tag einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Wichtig ist, während der Kindheit außerdem auf die Menge enthaltener Süßungsmittel geachtet werden, da diese vermehrt zu Fruktoseintoleranz führen.

Ab dem dritten Lebensjahr gilt es eine ausgewogene Ernährung in den Speiseplan des Kindes zu integrieren, denn diese enthält alle Nährstoffe, die das Kinder zum Wachsen und Gedeihen benötigt. Zudem wirkt sich diese Ernährung auch auf das Bewegungsverhalten des Kindes aus und umgekehrt.

Kinder sind besonders unfallgefährdet

Ein Kind ist neugierig, erfinderisch und steckt voller Entdeckerlust. Aber Kinder sind unerfahren, können die Gefahr noch nicht abschätzen, denn sie „kennen“ diese noch nicht. Mit jeder neuen Fähigkeit, die das Kind entwickelt, werden neue Interessen geweckt und besonders in den ersten Lebensjahren entwickeln sich die Kinder besonders schnell.

Die Bedürfnisse ändern sich mit jedem neuen Entwicklungsschritt und damit auch die Interessen. Das Kind ist auf der Suche nach neuen Erfahrungen, um sich so neues Können, Wissen oder auch ein Verhalten aneignen zu können und dieses dann auch anzuwenden. Aus diesen ergeben sich dann zwei Aspekte, durch die die erhöhte Unfallgefahr:

  • Jede neue Fähigkeit muss ausprobiert und verbessert werden. Dafür wird alles genutzt, was dem Kind dazu geeignet erscheint, sofern es die Neugier erweckt. Plötzlich interessiert sich das Kind für Dinge, die es zuvor nicht wahrgenommen hat. Ob das allerdings Gefahren birgt oder nicht, dass wissen sie noch nicht.
  • Kinder müssen sich erst noch mit jeder neuen Fähigkeit vertraut machen. Doch das erlernen sie nur durch Ausprobieren und Üben unter den verschiedensten Bedingungen. Dazu können sich nur mit den unterschiedlichsten Dingen auch lernen, ihr Können zu beherrschen und dieses dann immer sicherer anzuwenden.

Ein Kind erwirbt erst im Laufe der Zeit die Fähigkeit Gefahren zu erkennen und ein sicherheitsorientiertes Verhalten an den Tag zu legen. Vor allem beim Spielen im Garten und auf Spielplätzen können Kinder oft recht gefahrlos das eigene Körpergefühl entwickeln. Sehr gute Informationen zur Sicherheit auf Spielplätzen und verschiedener Spielgeräte (Spielturm, Schaukel, Trampolin, usw.) finden Sie auf der Seite: https://www.garten-kids.com/

Ein Kind kann etwas ab dem vierten Lebensjahr durch seine eigenen Erfahrungen und Lernen sowie den aufklärenden Hinweisen der Eltern Stück für Stück das Bewusstsein für Gefahren entwickeln. Selbst ab dann vergeht noch viel Zeit, bis dass es dann in der Lage ist, Gefahren abzuschätzen und Risiken zu erkennen und diese dann eben durch das entsprechende Verhalten zu vermeiden bzw. abzuwehren.

Die Fähigkeiten der Kinder werden oftmals falsch eingeschätzt.

Selbst wenn entsprechende Vorbeugemaßnahmen und bewährte Sicherheitseinrichtungen vorhanden sind, ein Kind wird sich immer wieder verletzen und dafür sind oftmals die folgenden Faktoren mit verantwortlich:

  • Das Kind wird von den Eltern unterschätzt: Hier geht es um den Erfindungsreichtum der Kinder, der nahezu grenzenlos ist, ganz besonders, wenn es darum geht, ein Hindernis zu überwinden. Von Angst kein Spur und Schnelligkeit und Geschicklichkeit nehmen beständig zu.
  • Das Kind wird überschätzt: Selbst wenn das Kind bereits Gefahren und Risiken hin und wieder einschätzen kann, so heißt das nicht, dass es sein Wissen auch anwenden und umsetzen kann. Selbst wenn es beispielsweise die Verkehrsregeln bereits kennen, so lässt es sich selbst im Alter von acht oder neun Jahren noch immer ablenken. Dazu reagieren Kinder auch impulsiv und unüberlegt –, besonders wenn ihr etwas die Aufmerksamkeit erregt.
  • Die Eltern sind nervös und ungeduldig: Ein Kind wird durch Eile und Hast unaufmerksam und das gilt für Große und Kleine gleichermassen. Das Essen auf dem Herd, aus dem Kinderzimmer dröhnt der Lärm, das Telefon klingelt, es klingelt an der Tür usw. Die Folge: Eine Stress Reaktion, selbst wenn gerade zu dem Zeitpunkt Ruhe und Besonnenheit angesagt wäre, damit wieder Ruhe einkehrt.
  • Es wird die Notwendigkeit das Kind zu beaufsichtigen unterschätzt und das bedeutet, die regelmäßige Kontrolle dessen, was das Kind gerade tut.

Sollte es dennoch einmal zu einem Unfall kommen, findet man hier einen sehr guten Ratgeber, was schnelle Sofortmaßnahmen angeht: http://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/notfall-infos/

Ein Überblick über die Entwicklung des Gefahrenbewusstseins

  • 0 – 4 Jahre: In diesem Alter besitzen Kinder kaum ein Bewusstsein für Gefahren
  • Ab circa 4 Jahre: Das erste Gefahrenbewusstsein stellt sich ein.
  • Circa 5 – 6 Jahre: In diesem Alter können Kinder bereits akute Gefahren erkennen, was aber nicht bedeutet, dass sie sich vor diesen auch schützen können – akutes Gefahrenbewusstsein. Als Beispiel: Ein Kind kletter auf den Baum und erkennt dann, dass es herunterfallen kann.
  • Ab circa 8 Jahre: Nun lernt das Kind allmählich, Gefahren vorausschauend zu erkennen – vorausschauendes Gefahrenbewusstsein. Ein Beispiel: Das Kind erkennt, dass es von dem Baum herunterfallen kann und überlegt daher, vorher ob es auf den Baum klettern soll.
  • Circa 9 – 10 Jahre: Jetzt beginnen die Kinder ein vorbeugendes Gefahrenbewusstsein zu entwickeln. Sie sind in der Lage durch ein bewusstes Handeln eine Gefahrensituation zu verhindern – vorbeugendes Gefahrenbewusstsein. Ein Beispiel: Das Kind legt eine Unterlage unter den Baum auf das es klettern will, um so einen eventuellen Sturz abzumildern.